Babinski Henry Joseph Séverin

* 02. 11. 1855 in Paris, 142 Boulevard du Montparnasse
† 20. 08. 1931 in Paris
Pseudonym: Ali-Bab

Herkunft und Familie

Babinski war polnischer Abstammung. Sein Vater Aleksander (1824-1889) aus Fauna, Krakau, ein polnischer Offizier, und seine Mutter Henryeta Weren (1819-1897) flohen 1848 aus Warschau zuerst nach England, dann nach Paris. Er war ein glühender revolutionärer Patriot Englands und beteiligte sich am Aufstand von 1863. Zurück in Paris nahm er an der Pariser Kommune im Jahr 1874 teil. Auch er war Ingenieur und arbeite teilweise in Peru wo er bis 1887 lebte. Stark von Parkinson gezeichnet, starb er in Paris, in der Wohnung Boulevard Haussmann, am 31. Januar 1899. Bruder Joseph Jules François Félix Babinski (* 17. 11. 1857; † 29. 10 1932), war ein bedeutender Neurologe.

Wie sein Vater war Henry Bergbauingenieur und ein begabter Geologe und Mineraloge. Mit guten Instinkten ausgestattet, wurde er in die verschiedensten Gegenden entsandt, um sie auf Bodenschätze zu prüfen. Er fand Gold in Französisch-Guayana und Norditalien, Kohle in Patagonien, Diamanten in Bahia, reiste durch den Westen der USA und nach Sibirien. Mit 44 Jahren wurde er vorzeitig pensioniert und führte den gemeinsamen Haushalt der Brüder Babinski.

Das Kochbuch

Babinski war kein Kochprofi, er war ambionierter Hobbykoch, dem die Lebensmittel und die Ernährung wichtig waren. Trotz allem erreichte sein «Gastronomie pratique» einen Stellenwert wie das «Guide Culinaire» von Escoffier, erstmals erschienen 1903. Das Buch entstand letztlich auch, weil ihn die öde Kost auf seinen Reisen quälte.

Babinski war ein präziser Wissenschaftler, sein Kochbuch nicht weniger präzise ausgeführt. Vielleicht war gerade das der Grund für seinen Erfolg. Escoffier schrieb für Profis, kurz, knapp, notwendig. Jegliche praktische Ausschweifungen sind ihm fremd, wozu auch? Dem Kochprofi sollte das ausreichen, der Rest ist erlerntes Handwerk.

Babinskis Buch ist mehr als ein Kochbuch, es ist ein Zeitdokument, und dennoch so präzise, als wäre es heute geschrieben. Wie bei historischen Kochbüchern üblich, muss man ein wenig experimentieren, denn die Lebensmittel vor 100 Jahren und die heute haben doch erhebliche Unterschiede. Sie waren eben nicht denaturiert, mehr unbearbeitet und kaum genormt. Mit viel Liebe zur Kochkunst sind sie jedoch alle praktikabel und nachkochbar.