Amaranthes

Pseudonym des Gottlieb Sigmund Corvinus
* 15.5.1677 Leipzig
† 27.1.1746 Leipzig
→ Advokat

Herkunft


Gottlieb Sigmund Corvinus (auch Corvino) entstammte einer Gelehrtendynastie aus Leipzig. Sein Vater war Aktuar an der Leipziger Universität, was ihm ermöglichte, schon als Kind an der juristischen Fakultät immatrikuliert zu werden.

Der Unverwelkliche


[]1715 veröffentlichte Corvinus unter dem schönen Pseudonym Amaranthes ein Lexikon »Nutzbaren, galanten und curiösen Frauenzimmer-Lexicon« (Leipzig: Johann Friedrich Gleditsch & Sohn, 1715), von über 1.000 Seiten, das sämtliche Bereiche des weiblichen Lebens ausleuchtete. Die Rezension der Deutschen »Acta Eruditorum« notierte es als Merkwürdigkeit, dass hier selbst Dinge erklärt würden, die jeder doch aus dem Alltag kennt. Es war die Zeit der Aufklärung und Corvinus widmete sein Werk der bürgerlichen Frau. Das Buch ist heute gerade dank dieses »curiösen« eine der wichtigsten Informationsquellen, um das Leben in einem bürgerlichen Haushalt des frühen 18. Jahrhunderts in seinen Details nachvollziehen zu können. Das darin enthaltene Das Kochbuch des Amaranthes, dass exzerpiert wurde, ist sehr interessant und ermöglicht einen guten Einblick in die gut bürgerliche Kochkunst des frühen 18.Jahrhunderts. Sehr bemerkenswert ist, dass es bereits diverse Rezepte enthält, also nicht nur Beschreibungen.

Neben diesem Aufklärungswerk veröffentlichte Amaranthes bereits 1710/11 »Die Proben der Poesie in galanten-, verliebten-, Schertz und Satyrischen Gedichten«. Die Ausgabe wurde allerdings schon am 19. September 1712 wieder konfisziert. Die Genehmigung zum Nachdruck erhielt er am 4. November desselben Jahres unter der Bedingung erteilt, dass anstößige Stellen getilgt würden. Schon am 28. November wurde es erneut verboten. Corvinus wurden zur „Erziehung“ sechs Wochen Gefängnis verordnet.

1720 - Ein weiterer Sammelband von Gedichten erschienen unter dem Titel »Reiffere Früchte« und weiter »Das Carneval der Liebe oder Der in allerhand Masquen sich einhüllende Amor, in einer(!) wahrhafftigen Liebesroman der curiösen Welt entdecket« (Leipzig: Johann Christian Martini, 1712) - Ein satirischer Roman von Liebschaften unter Studenten, die bis auf die letzte katastrophal enden. Später gab er die Gedichte Georg Christian Lehms, heraus, einem ehemaligen Komilitonen und erschien in Werken von Christiana Rosina Spitzel, der einzigen Tochter des bekannten Kupferstechers Johann August Corvinus.

Obwohl seine Einkünfte relativ bescheiden waren, lehnte er die ehrenvolle Ernennung zum sächsischen Hofpoeten in Dresden ab, und arbeitete weiter als kaiserlicher Notar und Advokat.

Das Kochbuch des Amaranthes


Das im Lexikon enthaltene Kochbuch ist eine ausgesuchte Zusammenstellung der gehobenen bürgerlichen Küche, die raffiniert und interessant ist. Die Rezepte lehnen sich in ihrem Anspruch an die Kochbücher von Susanna Endter und Sophia Schelhammer an. Sie sind gut verständlich im Ausdruck und nachvollziehbar beschrieben. Für einige Kochanleitungen sind Rezepte ausformuliert, sehr selten in dieser Zeit.

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