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Johanne Leonhard

Johanne Henriette Leonhard, geb. Trinks
* 13.Mai 1821 Arnstadt
† 14.November 1855

Herkunft und Familie


Johanne Leonhard hinterließ uns ihr privates Rezeptheft, dass einen kleinen Einblick in die Thüringer Küche zur Mitte des 19. Jahrhunderts gewährt. Damit gesellt sie sich zu Emma Allestein aus Gera und zu Sophie Albrecht gebürtig in Erfurt. Ihr Vater, Christian Friedrich Trinks, überlebte sie nur wenige Tage, er verstarb am 25. November.

Johanne Leonhard war gastronomisch vorbelastet. Ihr Vater Christian war Landwirt, Fleischhauermeister und als selbständiger Braumeister Mitglied in der Brauer-Innung. Wohl in diesem Rahmen war er Posthalter der fürstlich Thurn- und Taxis. Sie verlor ihre Mutter Johanne Elisabeth Sachse, die zweite Ehefrau des Vaters, bereits 1833, mit nur 12 Jahren. 1839, knapp 18 jährig, heiratete sie den Landwirt und Braumeister Leonhard aus Frienstädt, der nur wenig älter war als sie selber, 22, und sie um 22 Jahre überlebte.

In früherer Zeit war es Sitte, den Häusern, besonders den bedeutenden unter ihnen, einen Namen zu geben. Die Familie Trinks bewohnte das Haus „Zum dreien Füchsen“, das schon 1667 existierte. Hier ließ sich auch die junge Familie nieder. Johanne Leonhard gehörte also zur gutbürgerlichen Gesellschaft von Arnstadt. Von August 1840 - Januar 1855 gebar sie. 8 Kinder, von denen scheinbar 5 das Erwachsenenalter erreicht haben.

Das Kochbuch


Der Historiker Michael Kirschlager hat das handgeschrieben Heft näher untersucht und festgestellt, das Johanne nicht die einzige Schreiberin war, das Rezeptheft wurde auch nach dem Tod der jungen Hausmutter weiter geführt. Die Rezeptbezeichnungen zeigen uns, dass die Familie Leonhard fest in der bürgerlichen Gesellschaft Arnstadts integriert war. Ebenfalls interessant ist die scheinbare Verfahrensweise, wie die Rezepte in das Heft kamen. Verschiedene Handschriften deuten, so Kirchschlager, darauf hin, dass es wie ein Poesiealbum unter den Damen der Gesellschaft herumgereicht wurde. Schon damals gab man also seine Lieblingsrezepte nicht jeder Dame.

Das Besondere des Kochbuches ist, dass hier ein sehr frühes Rezept der Thüringer Klöße niedergeschrieben wurde.

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