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Armster, Sophie

★ 1760 in Stade, geb. Plate
† 19.12.1832 Stade

Geschichte des Kochbuches

1794 kommt der Militärmusiker [Hautboist] Johann Georg Armster mit seiner zweiten Ehefrau Sophie nach Stade und erwirbt das Eckhaus Kleine und Große Schmiedestraße aus der Konkursmasse des dortigen Weinschenkers.
Armsters Gasthaus hat sich über die Jahre zu einem gastronomischen und kulturellen Mittelpunkt in Stade entwickelt.1825 wird das Gasthaus erweitert und zuerst in »Stadt London«, später in »Londoner Schenke« umbenannt.

Die erfolgreiche Entwicklung der Gastwirtschaft bestärkt Sophie Armster darin, junge Mädchen und Frauen in der Hauswirtschaft und im Kochen zu unterrichten. Aus den handschriftlich angelegten privaten Kochbüchern der Schülerinnen, die teilweise bis heute erhalten sind, beweisen, wie wichtig dieses Bemühen von Sophier Armster für die Frauen der Zeit war.

1828 erschien die erste Auflage ihres Kochbuches, das immer wieder bearbeitet und nachgedruckt wurde, es erreichte 14 Auflagen. Interessant dabei ist, dass bereits in der 5. Auflage 1840 zu allen Kochanweisungen vollständige Rezepturen vorhanden sind. Damit war das Buch den Schulkochbüchern der Merrit Farmer und ihrer Zeit weit voraus.Das Buch ist in zwanzig Hauptabteilungen gegliedert, methodisch aufgebaut und alle Gerichte wurden in der Kochschule erprobt. Es ist anzunehmen, dass sie auch weiterentwickelt sein dürften. Wer sich für die Esskultur vergangener Zeiten interessiert, wird mit diesem Werk belohnt. Der angehende Koch wird in die Welt der Ragouts, Frikassees, bis hin zum Einmachen eingeführt. Das im Buch verwendete Vokabular ist ein klarer Hinweis auf die Vorreiterrolle Frankreichs, was gutes Essen anbetrifft.

1800 wurde Sohn Friedrich Adolph geboren, der 1825 Louise Magdalene Justine Nagel, eine Schifferstochter, heiratete. 1832 stirbt S.A. im Alter von 72 Jahren, 1841 auch ihr Mann, so dass Sohn Friedrich Adolph Armster das Haus übernimmt. Nach dessen Tod 1843 führt seine Witwe Helene das Haus weiter, in dem dann eine Vielzahl von Bällen, politischen Versammlungen und Konzerten stattfanden. Im April 1869 musste Helene Armster Konkurs anmelden. 1870 wird das Haus dann von dem neuen Eigentümer Hermann Birnbaum völlig neu erbaut. Zur Versorgung der mittellosen Witwe Helene, die 1879 starb, wurde eine Stiftung ins Leben gerufen. Diese Familie Armster ist am 6.11.1900 mit dem Tod der letzten kinderlosen Tochter ausgestorben.

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