Casteau, Lancelot de

* um 1520 als Anseau de Chester in Mons; † 1613
→ auch „Lancelot de Chateau“ oder „Chester“
→ Küchenmeister der aufeinanderfolgenden Fürstbischöfe von Lüttich: Robert van Berghen, Comte de Walhaim, 1557, Gérard de Groesbeek 1562 und Ernst von Baiern bis 2/1612.

Herkunft


Über die Herkunft Lancelot de Casteaus ist nicht mehr bekannt, als er der Öffentlichkeit selber mitteilte. In den belgischen Archiven ist er als Anseau de Chester verzeichnet, so dass der Name Lancelot de Casteau vermutlich ein Pseudonym ist. Einige Historiker vermuten, dass sich das Casteau auf Chateau bezieht, und Anseau de Chester entweder fürstlicher Abstammung war (vom Schloss) oder aber das fürstbischöfliche Schloss gemeint war. Vielleicht wollte er darauf hinweisen, dass er ein Findelkind aus fürstlichem Hause war, oder ein kochender Ritter der Fürstbischöfe. Man kann spekulieren.

1571 wurde er Bürger von Lüttich, um 1572 heiratete er Mary Josselet (Herck), mit der er die Tochter Jeanne hatte.

Berufsweg


Der Weg Casteaus verlief bis zum Antritt Ernst von Baierns ganz gut. Es war noch sehr jung, als er auf dem Empfang für den Eintritt von Robert van Berghen in Lüttich im Jahre 1557 die Vorbereitungen traf. Casteau hinterließ der Nachwelt die Information, dass er für seine Arbeit nie wirklich wertentsprechend bezahlt worden war. Die ersten zwei Dienstgeber vergolten ihm seine Arbeit mit Immobilien in Huy, Provinz Lüttich in der Region Wallonien, und vielen anderen Sachwerten, die Casteau systematisch nach dem Machtantritt Ernst von Baierns veräußern musste, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Finanzielle Hilfe gab ihm ein guter Freund, der Silberschmied Georg Libert, bei dem die Familie auch zweitweise unterkam.

Sein Eintritt in die Bäcker-Gilde 1562, und die Gilde der Kaufleute im Jahre 1567 geschah wohl auch bereits unter diesem Aspekt.

Das Kochbuch Ouverture de Cuisine


Sein Kochbuch schrieb Lancelot de Casteau über mehrere Jahre, es wurde 1604 veröffentlicht und die Lizenz des Verkaufs und Nachdrucks galt für 6 Jahre. Man kann durchaus behaupten, dass die Ouvertüre zu einem der seltensten überlieferten Kochbücher überhaupt gehört. Eine Kopie befindet sich in der königlichen Bibliothek, die dort erst 1958 einlangte. Man vermutet, dass Casteau das Buch in seinem 75. Lebensjahr veröffentlicht hat, damit wäre er um das 1529 geboren worden und ca. 85 Jahre alt.

1983 tauchte eine weitere Kopie des Buches auf, die dem Kurator von einem Fremden angeboten worden war. Der Preis von 3.000 Franken, die der Kurator für angemessen hielt, war eindeutig etwas dünn.

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