Bockenheim, Johannes

Bockernheim war kein Koch, er war in erster Linie Geistlicher. Zum Kochtopf kam er später. Über Bockenheim gibt es diverse Geschichten. Leider sind sie alle schwer nachprüfbar, da der Vatikan Archivauskünfte verweigert, und an Bruno Laurioux verweist, den man als Quelle nutzen muss.

Herkunft und Leben

Johannes Bockenheim stammte aus der Pfalz, dem Ort Bockenheim. In den Diözesen von Worms und Mainz war er als Kleriker tätig. Bockenheim nutzte wohl die Chance nach Rom zu kommen, auf dem Konzil von Konstanz. Als Martin V. in den Tagen nach seiner Wahl und Krönung auf dem Konzil auch mehrere Deutsche in seine Dienste nehmen wollte, bewarb er sich für den Küchendienst. Laut den amtlichen Aufzeichnungen in den päpstlichen Registern, wurde er am 1. Dezember 1417 als cocus coquine communis palacii apostolici vereidigt, und schien in der allgemeinen Küche für den Hofstaat und die Gäste beschäftigt gewesen zu sein, nicht in der persönlichen Küche des Papstes, auch wenn er sich übertreibend selbst als Koch des Papstes (cocus domini Martini pape Quinti) bezeichnete.

Er bewarb sich in den folgenden Jahren, mehr oder weniger erfolgreich, um zahlreiche deutsche Pfründe und kirchliche Ämter in Worms und Mainz. Durch seine Arbeit als Koch, verfolgte Jean Bockenheim eine kirchliche Karriere, die ihm viele Vorteile bescherte. Er hatte eine Vorliebe für das Rheinland und die Diözesen Worms und Mainz, die in der Nähe seines Geburtsortes Bockenheim lagen, dreißig Kilometer westlich von Worms. Er folgte Martin V. in Rom seit dem 15. Februar 1420. Er beantragte u.a. eine Bestimmung über die Seelsorge in der Kirche St. Maria im Capitol (heute Santa Maria Aracoeli).

Es gibt eine Reihe von Tatsachen die darauf hindeuten, dass er auch weiterhin in Rom lebte, um bis zum Ende des Pontifikats von Martin V. zum päpstlichen Hotel zu gehören. Er war recht rührig und beantragte viele Leistungen, oder hat sie erworben, u.a. auch durch Tausch usw. Zwischen 1418-1431 immerhin 22 Gewinnzuwächse für sich. Dabei war die Geschwindigkeit beachtlich, die Bockenheim an den Tag legte, und er war recht gewieft dabei. Auf der anderen Seite musste er wohl schnell handeln, denn Gewinnzuwächse gab es nur, so lange man zum „Hotel“ des Papstes zählte, sein Vertrauen genoss und nicht in Ungnade gefallen war.

Natürlich musste er sich Verbündete schaffen, wenn er auch nach dem Pontifikat Martin V. weiter im päpstlichen Umfeld bleiben wollte. Diesen Kontakt hatte er in Christian Koband, Bischof von Ösel. Dem einstigen Beichtvaters und Kaplans Papst Martin V. Koband war seit 1412 Familiar des Kardinals Oddo Colonna, des späteren Papstes Martin V. Leider verstarb er kurz nach Martin.

Trotz der Bemühungen Kobands, ebenfalls Deutscher, verlor Bockenheim seinen Posten unter Papst Eugen IV. und begann mit der Anfertigung seines Kochbuches. Genau lässt sich die Zeit nicht sagen, jedoch auf den Zeitrahmen zwischen 1431 und 1435 eingrenzen.