Beauvilliers, Antoine

* 1754
† 30. Januar 1817, Paris

Lebensgeschichte

Beauvilliers wurde in bescheidene Verhältnisse hinein geboren. Seine Ausbildung begann im Jahre 1770 im Haushalt des Comte de Provence, Prinzen von Condé und blieb Mundkoch als dieser zu Louis XVIII. wurde.

Noch vor der Revolution,1782, gründete er ein eigenes Restaurant »La Grande Taverne de Londres« in 26 rue de Richelieu, der Galerie de Valois im Palais Royal. Es war das erste Etablissement, das den Namen „Restaurant“ rechtfertigte. Das »Beauvilliers« wurde berühmt für die Art der Begrüßung der Gäste. B. trug ein Schwert, was sehr amüsierte, und ihm wohl auch half, wenn es um die Erziehung zahlungsunwilliger Gäste ging. Restaurants gab es zu dieser Zeit bereits in Frankreich, aber man verstand darunter nur kleine Betriebe, die lediglich Bouillon als Stärkungsmittel verkauften, was man heute eher als Imbiss betrachten würde. Das Restaurant wurde ein sofortiger Erfolg, weil, wie Jean Anthelme Brillat-Savarin-schon sagte, zum Erfolg vier Grundlagen gehören: elegante Räume, smarte Kellner, ein guter Weinkeller, und überlegenes Kochen. B hatte Tische aus Mahagoni, Kristallleuchter, Tischdecken aus feinem Leinen und gut geschultes Personal.

Beauvilliers gab seinem Restaurant auch ein anderes, eher unbekanntes, Konzept. Er führte das 'à la carte' Menü ein, und bot seinen Gästen die Möglichkeit, aus einer Mehrzahl von Gerichten und Menüs zu wählen. Es gab Rebhuhn mit Kohl, Kalbskoteletts in der Kapsel gegrillt, Ente mit Rüben und ähnliche „höfische“ Speisen. Die gleichen Speisen finden sich auch auf den Menükarten Friedrich II. von Preußen. Beauvilliers Erfolg wurde auch durch seine Fähigkeit unterstützt, gerecht zu sein, was ihm reiche Gäste beschied. Er hatte ein erstaunliches Gedächtnis und konnte sich auch später an seine Gäste erinnern. Das Restaurant Beauvilliers wurde eine Begegnungsstätte der konservativen politischen Gruppierungen, in die Beauvilliers integriert war. Er wurde beschrieben als korpulent, kräftiges Dreifach-Kinn, mit einem breiten, fröhlichen Gesicht, und einem hellen Licht, das in seinen großen grauen Augen funkelte. Er war stets modisch gekleidet, und trug ein Schwert.

1795 wurde er von den Ereignissen gezwungen, seinen Betrieb zu schließen und sich vorübergehend anderen Geschäften zu widmen. Während der Revolution verbrachte er die Zeit in England, denn durch die Beschäftigung in adligen Häusern war sein Leben gefährdet. Nach der Revolution, als die Küchenchefs des Adels vermehrt eine Beschäftigung suchten und selber Restaurants eröffneten, war die Idee des à la carte Geschäfts nicht mehr so ungewöhnlich.

Als er das Grande Taverne de Londres, wieder eröffnete, hatte sich der Zeitgeschmack verändert, und sein Erfolg als Restaurantbetreiber war nicht mehr so groß. In dieser Zeit widmete er sich dem Schreiben. 1814 entstand »L'Art de Cuisinier«, das neben dem Kochen auch alle anderen Aspekte des Food-Service wie die Geschäftsleitung beleuchtete. Es wurde zu einem Standard-Werk der Zeit. Er arbeitete auch zusammen mit Carême am »La Cuisine Ordinaire«. Was sein Können durchaus adelte.

1825 wurde das Restaurant geschlossen.