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Der goldene Göffel - Rezepte-Wiki historisch kochen

In diesem Rezepte Wiki werden wir historische Rezepte der deutschen Küche sammeln, die unbekannt, ungewöhnlich, raffiniert oder bereits viele hundert Jahre alt sind. Es ist nicht das Ziel dieses Rezepte Wikis ein Kochbuch zu sein, sondern Kochanleitungen vorzustellen.

'Schlemmen - Schwelgen - Prassen' In der Allgemeinen teutschen synonymik von 1820 erfahren wir: Schlemmen - Prassen- Schwelgen »Die sinnlichen Vergnügen im höchsten Grade des Übermaßes genießen.« Dieses Übermaß bezeichnen diese Wörter von drei Seiten.

Schlemmen sei das Quantitative des Essens und Trinkens ohne besondere Wahl, bloß zur Befriedigung der groben Sinnlichkeit von Seiten des Genusses aus betrachtet. Das leicht zur Überladung reizende, ist Schwelgen. Dient es der Befriedigung der sinnlichen Begierden, ist es Prassen. Der Grobsinnliche schlemmt, der Wollüstige schwelgt, der reiche Verschwender prasst.

Der Amtmann kann sein Gut mit Huren leicht verprasse. Ich esse Brod und trinke Wasser. Opitz.
Was schütt nicht der reiche Prasser in seinen weiten Bauch hinein! - Gleim.

Dass Schlemmen, die niedrigste Art des sinnlichen Genusses, besteht in dem bloßen Essen und Trinken, ohne Wahl nach feinerem Wohlgeschmack, also eine Unmäßigkeit durch die bloße Menge bezeichnet, erhellt schon aus seiner wahrscheinlichen Abstammung von Schlamm; denn dadurch wird das Ekelhafte dieser Art von Unmäßigkeit angedeutet.

In der frühern Zeit der Kultur, da die Menschen noch keine feinern und höhern Vergnügen kannten, bezeichnete Schwelgen auch keine anderen Genüsse, als die, welche wir jetzt zu den grobern rechnen; denn es ist augenscheinlich mit dem engländischen to swallow, schlingen, verschlingen, verwandt.

Swallow heißt die Gurgel, der Schlund, wie Schwalg im Niedersächsischen der obere Teil der Schlundröhre bei den Ochsen; und a large Swallow ist ein großer Schlucker. In der Folge, da man höhere und feinere Vergnügen kennen lernte, erhöhte und verfeinerte sich auch der Begriff des Schwelgens zu dem lebhaftesten Genusse der Lust auch in den edelsten Vergnügen.

Prassen geht von der Bedeutung des Lärmes aus, die noch in dem Frequentativum Prasseln übrig ist, und weist also auf den sinnlichen Genuss in Gelagen, Schmausen und lustigen Gesellschaften, die sowohl wegen der zahlreichen Gesellschaft, als wegen der kostbaren Besetzung der Tafel, der begleitenden Lustbarkeiten, der prächtigen Dienerschaft und des glänzenden Gerätes und Geschirres großen Aufwand erfodert, also nur die Sache des Reichen sein kann. Wenn ein solcher sein Vermögen auf diese Art durchgebracht hat, so sagt man: er habe es verprasst. E.

So Ihr Gourmands, nun wisst Ihr Bescheid. Und da wir mit Freuden Schlemmen - Schwelgen - Prassen wollen wir von unseren Ahnen lernen, wie das funktionierte. Gourmand bedeutet nicht, wie immer noch gerne dargestellt, gefräßiger Mensch.
Ein Gourmet ist ein Feintrinker, ein sachkundiger Genießer von Weinen, ein Weinkenner. Der Gourmand ist der Feinschmecker. Der Begriff basiert auf Gourmandise.

☛ siehe: Gourmand oder Gourmet

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