Gesindespeisen

In diesem Karteikasten finden sich Gerichte aus der Zeit der Hausvaterliteratur, aus Kochbüchern zur Wirtschaftsführung in herrschaftlichen Haushalten und aus Reisebeschreibungen. Sie geben zumindest ein kleines Zeugnis darüber, wie der unterste Stand versorgt wurde. Einen sehr interessanten Einblick in das vermittelte Gedankengut zum Gesindetisch gibt Henriette Davidis. In ihrem Buch »Die Hausfrau« gibt die der Jungen Hausfrau folgende Anweisungen:

  • Reis oder Gerste für Fleischsuppen, pro Person 35 - 40 g, sind es mehr Personen darf es auch weniger sein
  • sättigende Suppe von Reis mit Kartoffeln 100 g
  • Hirse mit Kartoffeln 100 g und Mehl
  • Grobe Graupen mit Kartoffeln 100 g
  • Hafergrütze mit Kartoffeln 100 g
  • Erbsen mit Kartoffeln 200 g, bei hohen Preisen reichen auch 140 g, von Kartoffeln reichlicher und Mehl
  • Linsen mit Kartoffeln 200 g
  • Weiße Bohnen mit Kartoffeln 140 g und Mehl

Voressen:

  • Reis mit Milch pro Person 70 g und Mehl
  • Milchsuppe mit Mehl, je nach Qualität des Mehls 2 EL pro Person
  • Buttermilch mit groben Graupen, 70 g und Mehl
  • Brotsuppe mit Milch 140 g pro Person, Mehl und eine Tasse Milch
  • Hafergrütze mit Backobst 70 g Hafergrütze und eine Hand voll Backobst
  • dicker Reis mit Milch 100 g Reis, halb Milch-halb Wasser, 750 ml und Mehl

Im Gegensatz dazu muss man sehen, wie körperlich schwer Dienstboten arbeiten mussten, und unter welchen Bedingungen sie teilweise wirklich hausten. Ich persönlich finden diesen Abschnitt im Buch der Davidis als menschenunwürdig.

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